Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung

sind eng miteinander verbundene Bereiche, die sich auf die Effizienz, Effektivität und Nachhaltigkeit von Gesundheitsversorgung und -systemen konzentrieren. Digital Health umfasst digitale Technologien, die das Gesundheitswesen transformieren, während Gesundheitsökonomie die wirtschaftlichen Aspekte des Gesundheitssystems analysiert. Die Kombination dieser beiden Felder ermöglicht es, die Auswirkungen digitaler Innovationen auf die Gesundheitskosten, die Versorgungseffizienz, die Qualität und die Zugänglichkeit von Gesundheitsdiensten analysieren zu können.

Wir führen Kosten-Nutzen-Analysen von Digital Health-Technologien durch, betrachten Effizienzsteigerung, prüfen wirtschaftliche Auswirkungen von Telemedizin einschließlich möglicher Kostenverlagerungen, betrachten den Aspekt der Finanzierung und entwickeln Reimbursement-Modelle mit Krankenkassen. Durch die Verknüpfung von Gesundheitsökonomie und Digital Health wird uns ermöglicht, die ökonomischen Auswirkungen neuer Technologien im Gesundheitswesen zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, die nicht nur gesundheitliche Verbesserungen bringen, sondern auch zu einer effizienteren und nachhaltigeren Gesundheitsversorgung führen können.

Expand-Care
Wir haben im Projekt Expandieren-Care die gesundheitsökonomische Evaluation übernommen: In dem Forschungsprojekt Expand-Care werden berufliche Rollen für Pflegefachpersonen mit Bachelor-Abschluss in der Langzeitpflege entwickelt und erprobt. Ein Schwerpunkt ist die Versorgung von mehrfach erkrankten Bewohnenden.

Hintergrund
Das 2020 in Kraft getretene Pflegeberufegesetz hat die hochschulische Ausbildung als zusätzlichen regulären Einstieg in den Pflegeberuf ermöglicht. Akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen können einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der wissenschaftlich basierten Pflege erbringen, die die Bewohnenden ins Zentrum stellt. Hierfür bedarf es definierter Kompetenzen, Aufgaben und Befugnisse der neuen beruflichen Rolle akademisch ausgebildeter Pflegefachpersonen.

Studienablauf
Interventionsentwicklung

Im ersten Schritt werden die erforderlichen Kompetenzen, Aufgaben und Befugnisse gemeinsam mit Interessierten und Betroffenengruppen als Modell entwickelt. Daraus werden Maßnahmen zur Umsetzung des Modells in der Langzeitpflege abgeleitet (Expand-Care Intervention).


Pilotstudie
Im zweiten Schritt wird die entwickelte Intervention erprobt. Dafür werden zwei Gruppen mit jeweils sechs Langzeitpflegeeinrichtungen gebildet. Nur in einer Gruppe wird die Expand-Care Intervention eingeführt. Nach drei und sechs Monaten wird unter anderem untersucht, ob sich die Anzahl von Krankenhausaufnahmen und die Lebensqualität der Bewohnenden in den Gruppen unterscheidet. Außerdem werden die Beteiligten zur Machbarkeit und zum Nutzen der Expand-Care Intervention befragt.

Verwendung der Ergebnisse
Die Ergebnisse der Studie können die Versorgung von Bewohnenden der Langzeitpflege verbessern. Außerdem können sie einen Beitrag zur Einmündung akademisch ausgebildeter Pflegefachpersonen in die Versorgungspraxis der Langzeitpflege leisten sowie die Arbeit in diesem Bereich attraktiver gestalten.

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Projektlaufzeit 2021 bis 2024
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Fördersumme
Publikationen mit gesundheitsökonomischem Bezug
– Kostenanalysen (Kosten-Nutzen-Analysen)
– Überlebensanalysen
– Implementierungskostenanalysen

Autoren: Fabian Simon Frielitz et.al

Jedes Jahr erhalten in Deutschland rund 2.250 Kinder und Jugendliche eine Krebsdiagnose. Diese Erkrankung betrifft nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern greift tief in den Alltag der betroffenen Kinder und ihrer Familien ein. Viele Kinder sind über längere Zeit nicht in der Schule, verbringen Wochen oder Monate im Krankenhaus und können kaum Kontakt zu Freundinnen, Freunden oder Lehrkräften halten. Das kann zu emotionalen Belastungen und Lernrückständen führen. Auch für Eltern und Geschwister ist die Situation oft sehr herausfordernd. Neben der Sorge um das erkrankte Kind kommen organisatorische, emotionale und finanzielle Belastungen hinzu. Studien zeigen, dass selbst nach Abschluss der Behandlung viele Familien weiterhin unter psychischen Belastungen leiden und Unterstützung benötigen. Bisher konzentriert sich die Forschung in Deutschland vor allem auf die Zeit nach der Krebstherapie. Kaum untersucht ist dagegen, wie betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Eltern die Versorgung bereits zu Beginn der Behandlung erleben, daher in einer Phase, die besonders belastend ist und in der wichtige Weichen für den weiteren Verlauf gestellt werden.

Ziel der Studie „Onco Owl – Pediatric Oncology: Optimizing Clinical Workflows and Lived Care” ist es, zu verstehen, wie gut sich Kinder und Jugendliche mit Krebs sowie ihre Eltern während der Akutbehandlung versorgt fühlen. Dabei betrachten wir die Versorgung aus mehreren Blickwinkeln:

  • die medizinische Betreuung im Krankenhaus
  • die psychosoziale Unterstützung
  • die Situation in der Familie
  • den Kontakt zur Schule

Dadurch möchten wir herausfinden, was bereits gut funktioniert und wo Unterstützung fehlt. Auf dieser Grundlage sollen konkrete Ansatzpunkte entwickelt werden, um die Versorgung in dieser frühen und besonders sensiblen Phase gezielt zu verbessern mit dem Ziel, die Lebensqualität, das Wohlbefinden und die schulische und soziale Teilhabe der betroffenen Kinder langfristig zu stärken.